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Gästeerlebnis

Speisekarte mit dem Handy fotografieren: Praxis fürs Hotel

Speisekarte mit dem Handy fotografieren für den Zimmerservice: Fensterlicht, Perspektive, Teller, Hintergrund, Bildbearbeitung und einheitliches 4:3.

Vom Roomtray-Team 6 Min. Lesezeit

Hand mit Smartphone fotografiert ein angerichtetes Gericht auf einem dunklen Tisch

Um Ihre Speisekarte mit dem Handy zu fotografieren, brauchen Sie keinen Profi. Ob ein Gericht appetitlich oder traurig wirkt, entscheidet alles rund um die Kamera: Licht, Perspektive, Teller, Hintergrund und wie einheitlich die ganze Bildserie aussieht. Hier ist ein Ablauf, mit dem eine Person aus Ihrem Team zusammen mit der Küche an einem Vormittag eine Zimmerservice-Karte mit 20 bis 40 Gerichten fotografiert.

Warum Fotos auf der Zimmerkarte mehr zählen als im Restaurant

Der Gast öffnet die QR-Karte um halb zehn am Abend, ist müde und entscheidet schnell. Auf dem Zimmer gibt es keinen Kellner, den er fragen kann. Das Foto beantwortet Fragen, die er nicht laut stellt: Wie groß ist die Portion, ist das ein Abendessen oder ein Snack, sieht es frisch aus?

Fotos wecken auch Erwartungen. Zeigt das Bild einen hohen Burger auf einer Schieferplatte und kommt aufs Zimmer ein flacher Burger auf einem schlichten Teller, fühlt sich der Gast getäuscht, auch wenn es gut schmeckt. Gefragt ist ein ehrliches, sauberes Foto von dem, was wirklich aufs Zimmer kommt.

Was Sie vorbereiten

  • Ein Handy mit sauberer Linse. Ein fettiger Fingerabdruck aus der Küche macht jedes Bild milchig.
  • Einen Tisch an einem großen Fenster ohne direkte Sonne.
  • Eine weiße Styroporplatte oder festen weißen Karton, mindestens A3, um Licht in die Schatten zu werfen.
  • Einen einzigen Untergrund für die ganze Karte: ein helles Holzbrett, eine Leinentischdecke oder eine matte graue Fliese.
  • Die Teller, Schüsseln und Gläser, die Sie im Zimmerservice tatsächlich verwenden.
  • Küchenpapier, einen kleinen Backpinsel, eine Sprühflasche mit Wasser und etwas neutrales Öl.
  • Einen Koch, der jedes Gericht einzeln für die Kamera anrichtet.

Licht: Fenster an, Deckenlicht aus

Seitliches Tageslicht ist das beste Licht für Essen. Schalten Sie Deckenlampen und Spots aus: Gemischtes Licht erzeugt gelbe und blaue Farbstiche, die sich kaum korrigieren lassen.

Stellen Sie den Tisch etwa einen Meter vom Fenster entfernt auf. Das Licht sollte von der Seite oder leicht von hinten auf das Gericht fallen. So glänzt die Sauce, und Brot, Fleisch oder Panade bekommen Struktur. Den weißen Karton stellen Sie auf die dem Fenster gegenüberliegende Seite, damit die Schatten weicher werden.

Ein bewölkter Tag ist ideal. Scheint die Sonne direkt herein, hängen Sie einen dünnen weißen Vorhang oder Backpapier vor das Fenster. Den Blitz verwenden Sie nie: Er macht das Essen flach und erzeugt harte Reflexe auf dem Teller. Wenn Sie nur abends fotografieren können, nehmen Sie zwei gleiche Tageslicht-LED-Leuchten mit Diffusor und schalten alles andere aus.

Perspektive: drei Winkel für fast alles

Gericht Winkel Warum
Pizza, Salate, Frühstücksbretter, Brettljause, Suppe im tiefen Teller Von oben, 90° Alle Bestandteile sind sichtbar
Burger, Clubsandwich, Torten, Schichtdesserts Auf Augenhöhe, 0 bis 15° Höhe und Schichten sind sichtbar
Pasta, Hauptgerichte, Getränke Etwa 45° So sieht der Gast das Gericht am Tisch

Fotografieren Sie mit dem Hauptobjektiv (1x) oder 2x und gehen Sie lieber einen Schritt zurück. Das Weitwinkelobjektiv mit 0.5x verzerrt runde Teller zu Ovalen, und Portionen wirken seltsam. Für Aufnahmen von oben stellen Sie sich auf einen stabilen Stuhl oder nutzen ein Stativ mit horizontalem Arm. Aktivieren Sie in den Kameraeinstellungen das Raster und halten Sie das Handy parallel zum Tisch.

Tippen Sie auf den wichtigsten Teil des Gerichts, um scharfzustellen, und ziehen Sie die Helligkeit mit dem Regler etwas herunter. Handys belichten weiße Teller gern über.

Teller und Anrichten: fotografieren, was der Gast bekommt

Fotografieren Sie die echte Portion auf dem echten Teller. Alles andere in diesem Leitfaden ist zweitrangig.

  • Am besten wirken schlichte weiße oder helle, matte Teller. Muster lenken vom Essen ab, glänzende Teller spiegeln das Fenster.
  • Wischen Sie vor jedem Bild den Tellerrand mit Küchenpapier ab.
  • Sauce und Kräuter kommen erst kurz vor dem Auslösen dazu. Kräuter nur, wenn das Gericht auch so serviert wird.
  • Warme Gerichte innerhalb von ein bis zwei Minuten fotografieren. Fleisch und Ofengemüse leicht mit Öl bepinseln, damit sie wieder glänzen.
  • Salat mit der Sprühflasche leicht benetzen, dann wirken die Blätter frisch.
  • Das Gericht sollte etwa 70 bis 80 Prozent des Bildes füllen, mit ruhigem Rand rundherum.

Am schwierigsten sind beige Gerichte: Wiener Schnitzel mit Pommes, Käsespätzle, Kaiserschmarrn. Helfen Sie mit Kontrast. Eine Zitronenspalte, ein Schälchen Preiselbeeren oder ein dunkleres Brett als Untergrund machen den beigen Teller auch auf einem kleinen Display lesbar.

Hintergrund und Requisiten: ein Stil für die ganze Karte

Wählen Sie einen Untergrund und bleiben Sie bei allen Gerichten dabei. Eine Karte, auf der das Omelett auf Holz, die Suppe auf Marmor und die Torte auf einer roten Serviette liegt, wirkt wie eine Sammlung zufälliger Bilder. Requisiten sparsam und ruhig einsetzen: eine Gabel, eine gefaltete Serviette, vielleicht ein Glas des passenden Getränks.

Lassen Sie Markenlogos, Handys, Zimmerschlüssel und Sachen von Gästen weg. Eine ganze Kategorie, etwa das Frühstück, können Sie auf Ihrem echten Zimmerservice-Tablett fotografieren. So sieht der Gast sofort, dass es aufs Zimmer kommt.

Einheitlichkeit und das Format 4:3

Eine Karte wirkt professionell, wenn alle Fotos dasselbe Format, ähnliche Helligkeit und denselben Hintergrund haben. Stellen Sie die Kamera auf 4:3. Für die meisten Handysensoren ist das das native Format, Sie nutzen also das volle Bild ohne Beschnitt. Platzieren Sie das Gericht mittig mit etwas Luft, denn das Layout einer Karte schneidet die Ränder manchmal leicht ab.

Markieren Sie die Tellerposition mit Malerkrepp und notieren Sie die Uhrzeit. Dann passen neue Gerichte in der nächsten Saison zu den alten.

Beispiel für einen Vormittag:

  • 09:30 Tisch aufbauen, Testbilder mit leerem Teller
  • 10:00 Frühstück, solange die Frühstücks-Mise-en-place noch steht
  • 11:00 kalte Gerichte und Salate
  • 11:45 warme Hauptgerichte, eins nach dem anderen, direkt vom Pass
  • 12:45 Desserts und Getränke

Bearbeitung: dezent und für alle gleich

Der eingebaute Editor der Galerie reicht aus. Kostenlose Apps wie Snapseed bieten mehr Kontrolle. Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:

  1. Horizont gerade richten und auf 4:3 zuschneiden.
  2. Bei Bedarf die Helligkeit leicht anheben.
  3. Weißabgleich korrigieren, damit der weiße Teller weiß ist und nicht gelb oder blau.
  4. Etwas Kontrast hinzufügen.
  5. Die Sättigung fast unverändert lassen. Übersättigtes Essen wirkt künstlich.

Die meisten Editoren können Bearbeitungen von einem Foto kopieren und auf andere übertragen. Machen Sie das pro Kategorie, dann wirkt die Karte wie aus einem Guss. Lassen Sie eine Portion nie größer aussehen, als sie ist.

Export und Dateigröße

Ein Original mit 12 Megapixeln hat mehrere Megabyte, viel zu viel für eine Karte im Hotel-WLAN. Exportieren Sie mit 1200 bis 1600 Pixeln an der langen Seite als JPEG oder WebP. Mehr dazu im Artikel über QR-Speisekarten bei langsamem WLAN. Benennen Sie Dateien eindeutig, etwa fruehstueck-omelett.jpg.

Wann Sie neu fotografieren sollten

Fotografieren Sie ein Gericht neu, wenn sich Rezept, Teller oder Portion ändern, wenn Gäste sagen, dass es auf dem Foto anders aussah, und zum Start einer Saisonkarte. Ein Foto von etwas, das Sie nicht mehr servieren, schadet mehr als gar kein Foto.

So arbeiten die Fotos in der Karte

Das Foto zeigt das Gericht, der Text erklärt es. Ergänzen Sie jedes Bild um eine kurze, ehrliche Beschreibung, dazu mehr im Artikel Gerichte beschreiben, die sich verkaufen. In Roomtray laden Sie pro Gericht ein Foto hoch, und es erscheint im selben 4:3-Rahmen in jeder Sprache Ihrer mehrsprachigen Speisekarte. Sie fotografieren also einmal für alle Gäste. Öffnen Sie die Demo-Karte auf Ihrem Handy und sehen Sie, wie eine einheitliche Bildserie auf einem echten Display wirkt.

Fragen

Fragen und Antworten

Eine andere Frage? Schreiben Sie uns an [email protected]

Brauche ich für Speisekarten-Fotos einen Profi?

Für die Karte eines kleinen Hotels nicht. Ein aktuelles Handy, Fensterlicht, ein Untergrund und derselbe Winkel pro Kategorie liefern saubere Ergebnisse. Ein Profi lohnt sich eher für die Website als für 30 Zimmerservice-Gerichte, die jede Saison wechseln.

Welche Kameraeinstellungen am Handy sind richtig?

Format 4:3, Objektiv 1x oder 2x, kein Blitz und kein Porträtmodus. Tippen Sie zum Scharfstellen auf den Hauptteil des Gerichts und senken Sie die Helligkeit leicht. Automatisches HDR kann an bleiben, Beauty- oder Food-Filter schalten Sie besser aus.

Braucht jedes Gericht auf der Karte ein Foto?

Idealerweise ja, zumindest innerhalb einer Kategorie, denn eine Mischung aus Gerichten mit und ohne Bild wirkt unfertig. Wenn Sie nicht alles schaffen, beginnen Sie mit Frühstück und Bestsellern. Lieber kein Foto als ein dunkles oder irreführendes.

Kann ich Stockfotos statt eigener Bilder verwenden?

Besser nicht. Ein Stockfoto zeigt ein fremdes Gericht, und der Gast erwartet, das zu bekommen, was er gesehen hat. Außerdem gelten für Stockbilder Lizenzbedingungen, die Sie einhalten müssen. Eigene, einfache Fotos schaffen mehr Vertrauen.

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